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Rattenkönig
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Überleben in einem Kriegsgefangenenlager zum Ende des zweiten Weltkrieges

Rattenkönig

Autor: James Clavell
Verlag: Knaur

Ich habe das Buch damals von einem Kameraden bekommen mit dem ich zusammen im BFW-Köln einer Umschulung nach ging. Da mein Kollege eine kürzere Umschulung absolvierte als ich, ist er nun leider schon fertig während ich kurz vor der Prüfung stehe.

Den Roman der er kurz vor mir gelesen hatte, hat er mir wärmstens empfohlen, da wir uns beide für die Geschichte des zweiten Weltkriegs interessieren. Die Vorgeschichte von dem Roman ist relativ kurz gehalten und es geht schnell zu der eigentlichen Geschichte über. Ich liebe es wenn die Vorgeschichten oder die Vorworte nicht lange sind, da sie meist schon einen spannenden Teil einer Geschichte vorweg nehmen. Das Lager in dem das Buch spielt ist ein japanisch geführtes Lager in Nähe von Malaysia, es liegt inmitten eines Dschungels. Der Hauptdarsteller des Romanes ist ein englischer Pilot der kurz vor der japanischen Küste auf dem Weg nach hause abgestürzt war und dort in Gefangenschaft geriet. Indem Lager in das er dann gebracht wird sind überwiegend Amerikaner, Kanadier, Australier und eben Engländer die als Kriegsgefangene auf einen ungewissen Ende des Krieges oder ihres Lebens warteten.

Trotz das die Gefangenen aus dem gleichen Grund dort gehalten werden, gibt es unter den Gefangenen strickte Hierarchien die es einzuhalten gilt. Es wird auch nicht gerne gesehen, das ein Ami mit einem Tommy oder Ausi mit einem Kanadier redet, geschweige eine Freundschaft eingeht. Trotzdem lernt der englische Pilot einen Amy kennen der sogar von seinen eigenen Leuten gehasst wird, den Rattenkönig. Der Rattenkönig ist dafür bekannt Geschäfte mit den Wärtern und der Lagerführung zu machen, natürlich auf die Kosten seiner Mitgefangenen, von denen er die Waren bekommt um überhaupt Geschäfte machen zu können. Mit der Zeit hat sich der Rattenkönig einen enormen Reichtum erwirtschaftet, der im Lager zu großen Neid und Missgunst führt. Als kleverer Geschäftsmann versteht es der Rattenkönig seinen Mitgefangenen Sachen für ein wenig Reis oder ein Stück Fleisch abzuluchsen, während er für die Gegenstände bei den Wachen viel Geld oder Gefälligkeiten bekommt die sonst niemand im Lager hat.

Da es in einem asiatischen Gefangenenlager wenn überhaupt nur Reis zu essen gibt, hat sich der Rattenkönig eine Rattenzucht angelegt, das gewonnene Fleisch von den Ratten verkauft er im Lager als Kaninchen Fleisch. Natürlich darf niemand im Lager wissen das es nur Ratten sind die er an den Kollegen verkauft, ansonsten würde er von seinen eigenen Leuten gelyncht werden. So hat der Rattenkönig mit der Zeit einen großen Ring aufgebaut mit Leuten die ihm bei der Herstellung und der Vertuschung halfen. Immer mehr wurde auch der Pilot in die Geschäfte des Rattenkönigs beauftragt, alleine schon aus dem Grund um Medikamente für seine Leute zu bekommen die unter den tropischen Temperaturen und den Krankheiten leiden. Der Pilot war schon zu Zeiten in Asien aktiv noch längst bevor der zweite Weltkrieg begann, in der Zeit hatte er auch eine Geliebte die er wenn der Krieg nicht dazwischen gekommen wäre heiraten wollte. Um heraus zu bekommen ob seine Auserwählte überhaupt noch lebte, wollte er sich die Beziehungen des Rattenkönigs zu nutze machen.

Um erst einmal in die Lage zu kommen um den Rattenkönig etwas anbieten zu können, musste er zuvor viele kleinere Geschäfte erledigen die auch zum Teil gegen den Gefangenenkodex  und seiner eigenen Einstellung stand, aber was war ihm wichtiger, irgend welche Mitgefangenen zu erpressen und zu verprügeln, oder die Wahrscheinlichkeit seine Braut wieder zu sehen? Nach einiger Zeit wurde auch der Engländer im eigenen Lager in Frage gestellt und relativ unbeliebt, aber für den Preis hat er das gerne auf sich genommen. Nach unzähligen Botengängen war der Rattenkönig nun endlich bereit etwas für seinen englischen Freund einzuleiten. Er besorgte sich den Wachenplan aus dem er ersehen konnte wann welcher Wärter Dienst hat. Das war natürlich einer der wichtigsten Informationen die er brauchte um seinen Freund aus dem Lager Lotzen zu können. In einer Nacht als ein guter Kunde des Rattenkönig Dienst schob, konnte er den so ablenken, dass der Pilot die Gelegenheit nutzen konnte um ungesehen aus dem Lager zu verschinden. Ganz aus dem Lager konnte er allerdings nicht verschwinden, den für einen Flüchtling hat man am nächsten Tag gleich 10 seiner Landsleute erschossen, dass konnte der Pilot nicht mit sich vereinbaren. Um sicher aus dem Lager zu kommen und rechtzeitig wieder rein zu kommen, hatte der Pilot nur wenige Stunden in der Nacht Zeit.

Als er das Lager verlassen hatte, musste er sich erst einmal in den Dschungel schlagen wo der Rattenkönig ihn schon ein Paket mit Kleidung und Schmiergeld bereit gelegt. Nachdem er dieses Paket gefunden hatte, musste er ungesehen durch ein anliegendes Dorf kommen indem die Wachen vom Lager stationiert waren. Nach dem Dorf würde er über Buschwege zu einem Eingeborenen Dorf kommen indem er sich über den Klan seiner Braut informieren konnte. In dem Dorf wo er glaube die Informationen zu bekommen, wurde der Engländer aber nur sehr misstrauisch empfangen und mit dem Geld was er dabei hatte konnte er auch nichts erreichen. Die Einwohner lebten von dem was sie anbauten und wenn man heraus bekommen würde das sie Kontakt zu einem Alliierten hätten, würde man das ganze Dorf dem Erdboden gleich machen. Nach stundenlangen verhandeln mit den Dorfältesten hatte er gerade mal erfahren dass das Dorf in dem seine Geliebte lebte abgebrannt wurde und die die überlebt haben entweder in den Dschungel geflüchtet waren oder selbst als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden bis sie sich zu Tode geschuftet hatten.

Mit diesen Nachrichten hat sich der Pilot wieder auf den Rückweg zum Lager gemacht, in dem Glauben seine Geliebte nie wieder lebend sehen zu würden. Als er an dem Dorf der Wachen kam, wartete schon der Rattenkönig auf ihn der selber alle paar Monate sich aus dem Lage schleichend zu einer Hure begibt. Da sich der Rattenkönig schon gedacht hatte das sein englischer Freund keinen Erfolg bei seiner Suche haben würde, hat er seinem Kollegen ebenfalls eine Hure besorgt mit er sich trösten sollte. Während sich der Rattenkönig mit seiner Hure vergnügte, ging der Pilot mit seiner Hure in der noch tiefen Nacht zu dem Strand hinunter der direkt unterhalb des Dorfes lag. Dank seines schon langen Aufenthaltes in Asien, hatte der Pilot keine Sprachprobleme und konnte sich so wenigstens mit der Hure unterhalten wenn er schon keine Lust auf Trost hatte. Nachdem sich der Rattenkönig mit seiner Hure vergnügt hatte, sind beide wieder im Schutze der Dunkelheit zurück zum Lager geschlichen um ungesehen wieder an dem Ort zu kommen wo eigentlich keiner freiwillig sein wollte.

Der Krieg in Europa war mittlerweile zu Ende un über selbstgebaute Radios hörten die Gefangenen von dem Abwurf der Atombombe über Hiroschima. So langsam wurde allen klar das der Krieg nun nicht mehr lange dauern würde, leider auch der Lagerleitung und den Wärtern. Vielen war klar, das die Japaner versuchen würden so viele wie nur möglich umzubringen bevor die Alliierten das Lager stürmen würden. Sie fragten sich wer wohl als erster erschossen werden würde und wie viele an einem Tag ihr Leben lassen werden. Am nächsten Morgen fingen die Wärter an alle Hütten nieder zu brennen, die Gefangen standen auf dem Platz vor den Hütte und mussten mit anschauen wie ihr hab und Gut in den Hütten verbrannten. Am meisten hatte aber der Rattenkönig zu verlieren, sein ganzes Gut was er sich ergaunert hatte sah er in den Flammen aufgehen. Dem Tode nahe hörten die Gefangenen Hubschrauber aus der Ferne immer näher kommen, sind es Japaner oder gar die eigenen Truppen die auf dem Vormarsch zum Lager sind? Bevor die Wärter mit dem beginnen konnten was die Gefangenen befürchteten, wurde das Lager von den Alliierten umzingelt. Die Japaner kapitulierten ohne das auch nur ein Gefangener erschossen wurde. Der Lagerleiter hat sich nach japanischer Sitte eine Kugel in den Kopf gejagt, er wollte nicht den Alliierten in die Hände fallen.

Da so ein Lager nicht von heute auf Morgen geleert werden kann, brauchte es noch ein paar Tage bis alle abtransportiert werden konnten. Erst wurden die Kanadier ausgeflogen, dann die Australier die Engländer und die zu guter letzt die Amerikaner. Nachdem sich der Pilot von dem Rattenkönig verabschiedet hatte stieg er auf einen LKW der ihn zum Landeplatz für den Hubschrauber bringen sollte. Er sah zurück und sah den Rattenkönig da stehen mit den Sachen die er an hatte, nichts ist ihm von seinem Reichtum geblieben, was er seinen Kameraden mit Zwielichten Geschäften und unter dem Schutz der Wärter abgerungen hatte. Die Wärter waren weg, seine Leute die er schmierte waren auch weg, jetzt standen nur noch der Rattenkönig und ca. 200 amerikanische Soldaten mit einem großen Hassgefühl in dem Lager gegenüber, ob er das überlebt hat?