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Do it yourself Pizza-Ofen
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Wie man über sechs Jahre hinweg einen Pizza-Ofen selber bauen kann!

Pizza-OfenAls ich vor sechs Jahren meinen Pizza-Ofen geplant habe zu bauen, dachte ich bestimmt nicht daran das ich einmal so lange dafür brauchen werde. Aber wie sagt man so schön, „manchmal kommt es anders als man denkt“. Im September 2005 habe ich mir über einen Bekannten Granitsteine besorgt, 1 Tonne Steine für 200€, die Summe wird eventuell für Nachahmer noch interessant. Im Oktober 2005 kam mir ein blöder Unfall dazwischen der leider meine Pläne komplett nach hinten verlegt hatte. Erst im Jahre 2008 fühlte ich mich so fit, um den Anfang des Ofens in Form des Fundamentes in Angriff zu nehmen. Da unsere Terrasse mit großen Steinplatten ausgelegt ist, musste ich erst einmal mit der großen Flex einen Teil ausschneiden um an der Stelle ein Loch für das Fundament zu buddeln. Nachdem ich die Platten raus hatte und den darunter liegenden Splitt auch entfernt hatte, habe ich ca. noch 30 cm tiefer gegraben um genug Platz für den Beton zu haben. Normaler weise sollte man so ein Fundament mindestens 60 cm tief machen, aber da bei uns der Untergrund schon sehr gut verdichtet ist, reichen die knapp 40 cm bei uns aus.

Leider habe ich keine Bilder vom Anfang meines Planes, da ich damals einfach nicht daran gedacht habe. Wenn der Beton für die Bodenplatte abgebunden war, könnte man eigentlich mit dem Aufbau der Steine beginnen, aber aus irgend einem Grund habe ich das immer weiter hinaus gezögert, es kann natürlich auch an meinem Gesundheitszustand gelegen haben das ich nicht weiter gemacht habe? Erst im Jahre 2009 habe ich mir ein Herz gefasst und habe weiter gemacht mit meinem Bau des Ofens. Erst einmal brauchte ich ein halbes Fass um ein Ablagefach für Holz und andere Dinge in den Ofen zu installieren. Wenn man ein 200l Ölfass nimmt und dieses der Länge nach in zwei Hälften teilt, hat man eine ideale Grundlage für so ein Ablagefach. Natürlich sollte das Ölfass von allen möglichen Resten im Fass befreit werden bevor man es mit einem Winkelschleifer durchtrennt, ansonsten kann es schnell eine Verpuffung geben die man sicherlich nicht haben möchte. Natürlich sollte man auch gleich den Deckel mit aus dem Fass trennen, damit man eine Öffnung für das Ablagefach hat. Ist die Tonne fertig vorbereitet, legt man diese mit der Öffnung nach vorne flach auf dem Boden. Als erstes um-mauert man dann die Öffnung des Fasses so das man einen Halbbogen erhält. Wenn der Halbbogen an-getrocknet ist kann man anfangen den Rest der Tonne zu um-mauern, die Größe ist dann individuell festzulegen. Wer einen größeren Ofen haben möchte kann die Tonnen dann weitläufiger um-mauern und wer eher einen kleineren und schmalen Ofen haben möchte macht es eben kleiner. Ich habe dann so hoch gemauert bis ich die Höhe des Halbbogen erreicht habe. Nun hat man eine gute Form die man zum Beispiel mit der Erde die man ausgehoben hat auffüllen kann. Man sollte sich aber ca. 2-3 cm. nach oben Platz lassen, damit man noch eine Betondecke gießen kann. Für mich war diese Höhe aber insgesamt zu niedrig, da die Brennkammer nun ja jetzt direkt auf auf die gegossene Betonplatte kommen würde. Da ich noch ein halbes Fass übrig hatte, habe ich mich kurzerhand entschlossen noch ein Ablagefach einzubauen. So wiederholt man die Schritte einfach noch einmal bis man so weit ist wie man schon war, nur habe ich über der zweiten Ablage keine Betonplatte gegossen, sondern habe ich diese mit den Granitpflastersteinen ausgelegt uns verfugt.

Nachdem ich die zweite Etage fertig hatte, kam komischer Weise wieder eine Pause die ich mir selbst auferlegt habe. Aber um noch mal auf die Kosten zu kommen, natürlich muss an ja irgendwo dieses Fass her bekommen. Fragt dazu einfach jemanden der in einer Fabrik arbeitet, dort gibt es öfters mal leere Ölfässer die in der Ecke herum stehen. Um die Steine mauern zu können bracht man auch Zement, den bekommt man für kleines Geld in jedem Baumarkt. Ein 40 kg Sack Zement kostet je nach Angebot um die 4-5 Euro, davon braucht man je nach Größe des Ofens 2-3 Sack.

Lehm stampfenJetzt schreiben wir das Jahr 2011 und in meinem Sommerlaub habe ich endlich die Zeit gefunden um weiter an meinem Projekt zu arbeiten. Die Brennkammer braucht auch wieder einen Rundbogen, da man ja schließlich kein Fass als Brennkammer nehmen möchte muss man sich eine Holzplatte zurecht schneiden, ich habe dazu eine alte Küchenarbeitsplatte genommen, zwei gleich große Stücke ausgeschnitten und miteinander verschraubt. Da ich mich leider mit der Höhe des Rundbogens ein klein wenig verkalkuliert habe, habe ich noch ein Brett und dem Bogen gelegt damit dieser höher wird. Wenn man dann die Holzkonstruktion platziert hat, kann man von beiden Seiten gleichmäßig anfangen diese zu um-mauern. Gleichzeitig ist wichtig, damit sich das Gestell nicht während des mauern verschiebt. Um die Brennkammer zu erstellen braucht man Schamottsteine, diese bekommt man zwar wenn man Glück hat im Baumarkt, aber die die man im Baumarkt bekommt sind eher für einen Ofen im Wohnzimmer gedacht. Ich bin von einem Fachhändler zum anderen gefahren und hatte Glück das es in unserer Nähe noch eine alte Ziegelei gibt. Die stellen zwar selber keine Ziegel mehr her, aber die hatten zu meinem Riesen Glück noch eine sehr große Anzahl an alten Lagerbeständen an richtig dicken Schamottsteinen. Im Geschäft fragte mich der Chef der Firma wie viel ich von den Steinen bräuchte und kurz im Kopf hin und her gerechnet kam ich mit Verschnitt auf 35 Steine. Das Stück kostete 3,69€ bei dem Fachmann, im Baumarkt wollten die für halb so dicke Steine über 5€ haben, also habe ich ca. 160€ für die Schamottsteine bezahlt. Da es für mich der erste Pizza-Ofen werden sollte den ich baue, ging ich auch davon aus, dass man die Schamottsteine in Speiß setzen müsste. Wie gut das ich da an einem Fachmann geraten war, denn er sagte  mir das die Steine schwimmend verlegt werden müssten, da sie sich bei großer Hitze leicht ausdehnen würden und beim abkühlen wieder zusammen ziehen würden. Auf jeden Fall hat sich dann die Frage danach erledigt womit man Schamottsteine mauern müsste.

SandhügelNatürlich kommt man aber trotzdem nicht drum herum um ein Teil der Steine zu mauern, denn der Rand muss ja schließlich hochkant eine feste Umrandung ergeben. Den Eingang zur Brennkammer habe ich so breit gewählt das ich drei Steine längst aneinander gelegt habe, auf dieser Weise erspart man sich eine Menge Schneiderei. Da die Schamottsteine extrem hart sind, sollte man sich im Vorfeld eine große Flex mit einem sehr guten Blatt besorgen, dazu fragt man am besten in einem Maschinenverleih nach wenn man keine Flex hat. Die Umrandung habe ich mit einer normalen Sand-Zement Mischung gemauert, da an dieser Stelle nicht so eine große Hitze später gelangt. Ebenfalls habe ich auch die ersten drei Steine am Eingang fugenlos in Speiß eingelegt, damit sich die anderen Schamottsteine hinter nicht nach draußen schieben können. Wenn das fertig ist legt man ein Sandbett aus und fängt an die Schamottsteine eben in der Brennkammer zu legen, so das keine Fugen dabei außer am Rand entstehen. Ich selber habe mir mein teures Diamant bestücktes Flexblatt zerstört, da ich beim Schneiden keine Kühlung verwendet habe. Zum Glück ist das Blatt aber erst beim letzten Stein kaputt gegangen, ich habe dann den letzten Stein einfach mit Hammer und Meißel bearbeitet.

Lehm mit MuffeUm eine hohle Brennkammer zu erhalten gibt es verschiedene Möglichkeiten, ich habe mich für eine Kammer aus Lehm entschieden. Leider ist es je nach Region nicht leicht an Lehm zu kommen, nach einiger Zeit und ein paar Telefonaten bin ich schließlich im Internet fündig geworden und habe mir 50 kg Lehm zum Preis von 19,20 je 25 kg bestellt. Natürlich habe ich das auf gut Glück bestellt, denn woher sollte ich wissen wie viel ich davon brauchen würde? Um den Hohlraum zu formen habe ich feuchten Sand auf die Schamottsteine geschüttet und wie eine Halbkugel geformt. Als der Lehm zu hause ankam braucht ich „Freiwillige“ die mir den Lehm stampften bis ich eine Masse hatte die ähnlich wie Knete ist. Wie gut das sich spontan meine jüngste Tochter und der Freund meiner mittleren Tochter zur Verfügung gestellt haben. Unter Zugabe von Wasser muss man ca. eine dreiviertel Stunde gut stampfen bis der Lehm die richtige Konsistent hat. Nachdem der Lehm fertig war hat mir der Freund meiner Tochter immer gleich große Kugeln aus dem Lehm geformt, den brauchte ich dann nur noch in einer gleichmäßigen Schicht auf den Sandhaufen zu pappen. Um mehr Stabilität in die Kuppel zu bekommen habe ich nach der ersten Schicht Hasendraht in den Lehm eingelegt. Den Hasendraht bekommt man im Baumarkt leider nur auf einer Rolle, ich habe 12,50€ für eine Rolle bezahlt auf der ca. 15 m drauf ist. Wenn man eventuell einen kennt der einen Garten hat, lässt man sich von ihm 2 m für eine Flasche Bier schenken, leider hatte ich keine Lust jemanden zu fragen. Noch zu erwähnen ist, das man direkt eine Muffe für den Abzug mit in den Lehm einbaut, schließlich soll später ja auch der Rauch aus dem Ofen entweichen können. Diese Muffe bekommt man ebenfalls für ca. 15€ im Baumarkt.

fertig gemauertWenn der Lehm gut getrocknet ist kann man anfangen die Brennkammer zu über mauern. Dieses kann man auch wieder beliebig machen, ich habe mich für die selben Steine wie für das Grundgerüst des Pizza-Ofens entschieden. Wenn einem so wie mir dabei der Sand für den Speiß ausgeht, kann man nach und nach den Sand aus der Öffnung der Brennkammer heraus holen um ihn für den Speiß zu verwenden. Wenn der letzte Stein eingebaut ist muss alles nur noch gut verfugt werden und die Brennkammer komplett von dem Sand der vorher zur Stabilität diente entfernt werden. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eine Tür um die Brennkammer zu schließen. Um sich eine passende Tür zu bauen habe ich mir die Holzkonstruktion von dem Bogen für die Brennkammer zur Hand genommen. im Baumarkt habe ich mir zwei Längen Flacheisen von 2 cm Breite und 1 m Länge gekauft. Diese kosten ca. 2-3€ je Stück. Den Bogen habe ich mit einem Hammer in der selben Form wie die Holzkonstruktion gegängelt, dazu braucht man allerdings viel Geschick mit dem Hammer. Nachdem ich die Form so hatte wie ich das wollte, habe ich das zweite Flacheisen genommen und den Bogen mit dem flachen Stück verschweißt. Um einen Griff für die Tür zu haben, habe ich den Rest des einen Flacheisens so gebogen das ich eine L-Form hatte die ich mit dem Gestell verschweißt habe.

Rahmen für die TürDa die Tür mit Beton ausgegossen werden sollte, habe ich einfach alte Schrauben in den Rahmen der Tür geschweißt, damit der Beton nach dem abtrocknen nicht aus dem Rahmen fallen kann. Wenn alles nochmals kontrolliert wurde kann man die Tür auf einen flachen Untergrund legen und diese mit Beton ausfüllen. Da Beton beim trocken die Gewohnheit hat sich zusammen zu ziehen, sollte man die Form randvoll machen. Wer möchte kann die Tür auch noch mit kleinen Steinen dekorieren, das sieht hinterher sehr schick aus. Bei uns hat das meine Frau übernommen, da Frauen sowieso immer besser bei Dekorationen sind. Wenn der Ofen dann schön ausgetrocknet ist kann man das erst Feuer in der Brennkammer machen. Da der Lehm sehr lange braucht bis er richtig ausgetrocknet ist, sollte man erst ein kleines Feuer machen und dieses nur nach und nach bei offener Tür vergrößern. Bevor man die Kammer dazu nutzt um Lebensmittel darin zu backen, sollte man schon das ein oder andere Feuer gemacht haben, da immer noch ein wenig Sand aus dem Lehm fallen kann der früher zur Höhlenbildung diente. Wir haben jetzt schon ein paar Feuerchen hinter uns und Morgen den 11.09.2011 wird zum allerersten mal Pizza in dem Ofen gebacken.

Hier noch ein paar weitere Bilder von dem Bau des Ofens: