19.10.2019
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Der Tag an dem meine Welt trauriger wurde!

Am 27.09.2006 wurde meine Labrador Hündin geboren und zwei Wochen später durfte ich sie kennen und lieben lernen. Ich brauchte nach meinem Motorrad Unfall einen Ausgleich und durch die Bewegung, die mir die Spaziergänge mit dem Hund bringen sollte, wollte ich meinen Körper wieder fit bekommen. Leider waren meine Verletzungen doch viel schlimmer und so konnte ich die Ausgänge mit meinem Hund erst einmal nicht genießen. Erst nach einer Schmerztherapie ging es meinen Rücken besser und ab da konnte ich jede Minute mit meinem Hund genießen. Auch wenn es mir nicht gut ging, war meine Zrna(der Name der Hündin), immer für mich da und sie war immer an meiner Seite.

Trotz das ich zwischenzeitlich für mehr als zwei Jahre nicht zuhause war, war ich immer die Bezugsperson von meiner Zrna. Wenn ich an den Wochenenden nach hause kam, war sie sofort wieder bei mir an der Seite und ließ sich stundenlang von mir kraulen. Sogar in den Nächten hatte sie meine Nähe gesucht und immer in meinen Kniekehlen geschlafen. Ich wollte mich von Anfang an mit anderen Hundehaltern austauschen und hatte sogar ein Forum betrieben, wo nach sehr kurzer Zeit sehr viele Gleichgesinnte sich jeden Tag ausgetauscht hatten. Wir hatten sogar Treffen organisiert und sind für ein ganzes Wochenende zu einem Hundetreffen gefahren. Ich bin so dankbar das ich diesen Hund hatte, denn sie war der perfekte Hund. Sie war nie aggressiv oder ist weggelaufen. Von klein auf konnten wir sie ohne Leine laufen lassen, was wir bis zum Ende durchgezogen hatten. Auch wenn andere Hundehalter eher selten Verständnis dafür zeigten. Dabei war Zrna nie zu anderen Hunden gegangen die selber Aggressionen zeigten. Sie hat dann einfach einen Bogen um diese gemacht.

Wir leinten sie nur an, wenn sie läufig war. Denn das war die einzige Zeit in der sie die Ohren auf Durchzug gestellt hatte, was ich aber sehr gut nachvollziehen kann. 😉 In den ganzen Jahren war sie nicht einmal krank obwohl sie immer ein paar Kilo zu viel auf den Hüften hatte. Aber ich liebte sie wie sie war und ich hätte sie nicht anders haben wollen. Auch als es zu Ende ging, ging es alles ganz schnell. Freitags Abends wollte sie sich noch in ihrem hohen Alter von einem Rüden besteigen lassen. Als der Besitzer des anderen Hundes gesagt hatte, „nicht das dein Hund noch dicker wird“, viel uns erst auf, das ihr Bauch richtig aufgebläht aussah. Am Abend dann kam sie schon nicht mehr ohne Hilfe auf das Sofa rauf und ich bekam langsam Angst.

Am nächsten Morgen wollte meine Freundin mit ihr eine Runde drehen, doch Zrna wollte nicht mehr aus ihrem Körbchen aufstehen. Dann habe ich es versucht um sie wenigstens vor die Tür zu locken, was mir dann auch mit ein bisschen Unterstützung gelang. Nach dem kleinen Geschäft war sie dann hinten immer wieder weggesackt und wollte nur noch wieder zurück ins Körbchen. Wir machten dann unseren wöchentlichen Einkauf wobei ich beim Hundefutter inne halten musste und mich fragte, ob ich das überhaupt noch brauche? Natürlich habe ich dann doch wieder das Futter für eine Woche gekauft, wer rechnet schon mit dem schlimmsten.

Als wir nach hause kamen, lag Zrna nicht in ihrem Körbchen, sondern bei uns im Schlafzimmer vor dem Bett. Unter war eine Lache aus irgendetwas eitrigem. Natürlich war es Samstag und alle Tierärzte hatten zu. Selbst der Tierarzt, der im Internet als Notarzt geöffnet haben sollte, hatte zu. Ich rief den Notdienst an und bekam die patzige Antwort, dass das Problem wohl nicht erst seit heute bestehe! Ne, seit gestern Abend, aber da hätten auch alle Tierärzte zu gehabt! Auf jeden Fall hat uns der Notdienst zur Tierklinik geschickt, wo wir natürlich gleich hin gefahren waren. Dort angekommen hoben wir Zrna samt Körbchen aus dem Wagen und nur mit Not ist sie aus dem Körbchen raus und ein paar Schritte gelaufen. Dann legte sie sich hin und wollte keinen Millimeter weiter. In der Annahme hatte ich die Situation erklärt und sofort kam ein Mitarbeiter mit einem Rollwagen um unsere Zrna schnell reinzuholen.

Nach dem Röntgen kam die erschlagende Mitteilung der Ärztin, die Gebärmutter war mehr als Tennisball groß und eine OP würde erstens nicht garantieren das sie danach wieder gesund würde, wenn sie aufgrund ihres Alters die Narkose überhaupt überstehen würde. Schweren Herzens haben wir uns dann dafür entschieden, unsere geliebte kleine Maus friedlich einschlafen zu lassen. Das war die schwerste Entscheidung die ich je in meinem Leben treffen musste. Aber ich denke, ich habe das richtige getan und so meinen Schatz viel Leid erspart.

Danke für die tollsten 13 Jahre in meinem Leben, ich werde Dich immer in meinem Herzen tragen. Zrnchen, ich liebe Dich!

15 Gedanken zu „19.10.2019
19.10.2019 avatar

  1. Pia

    Ein geliebtes Tier zu verlieren ist immer schlimm. Ich habe das auch schon zweimal erlebt, und es war echt hart für mich die Zeit danach. Und trotzdem würde ich mich immer ganz klar für einen neuen Hund entscheiden. Hunde sind treue Begleiter.

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  2. Patrick Laufer

    Mein Beileid! Ich habe auch schon zwei geliebte Hunde verloren einen am Neujahrstag … ist jetzt jedes Jahr dadurch nochmal ein bisschen präsenter 🙁 … nicht mehr solange und dann jährt es sich auch wieder

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  3. Lara

    Mein herzliches Beileid zu eurem Verlust! An dem Tag, an dem meine Hündin mich verließ, habe ich folgenden Spruch in meinem Kalender gelesen: „Die kleinen Sterne leuchten immer während die große Sonne untergeht.“ Ich habe es für mich so verstanden, dass mir die vielen Erinnerungen an die schöne gemeinsame Zeit immer bleiben werden, auch wenn sie nun nicht mehr bei mir ist. Behaltet eure Erinnerungen und sie wird ewig bei euch bleiben.

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