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Auf- oder Abblendlicht, man weiß es einfach nicht!

Ja, es triff einmal wieder die Autofahrer! Es sind gerade die, die mich in letzter Zeit am meisten zum schreiben inspirieren, dass auch mit gutem Grund. Im Februar 1987 habe ich meinen Auto und Motorrad Führerschein erhalten. Ich weiß zwar nicht mehr all zuviel von dem, was mir mein damaliger Fahrlehrer versucht hat einzutrichtern, aber ein Satz hat sich bis heute in meinen Hirnwindungen verankert. „Fahre immer so das Du andere Verkehrsteilnehmer nicht behinderst“. Auch wenn ich in meinen jungen Jahren des öfteren zu schnell gefahren bin, habe ich trotzdem immer versucht diesen Satz umzusetzen. Ende der 80. Jahre waren die Straßen auch noch um einiges leerer als heute und man hatte zu dieser Zeit noch viel mehr Verständnis gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern. Heute ist alles nur noch hektisch und wenn man sich versucht in den fließenden Verkehr einzureihen und jemand hält für dich an, ist das bald schon ein Gefühl wie ein Sechser im Lotto. Obwohl, dabei fällt mir ein, das ich dass Gefühl überhaupt nicht kenne? Wie dem auch sei, heute zählt nur, der stärkere oder besser gesagt, der dreistere gewinnt. Auf Autobahnen sind es meistens die Fahrer, die eine Hülle mit einem Stern auf der Haube haben, einen bayrischen Wappen oder vier ineinander greifende Ringe, zumeist Schlips-träger. Sieht man sie dann an sich vorbei rauschen, bemerkt man erst, was für armselige Bürschen dort hinter dem Steuer sitzen. Am Steuer aber haben sie die Macht und den Finger an der Lichthupe. Verlässt man nicht gleich fluchtartig die linke Spur, fahren sie so nah auf einen auf, dass man sehen kann, was bei ihnen auf der Hutablage liegt.

Die Raser sind aber heute nicht mein Thema, viel mehr sind es die Autofahrer und natürlich auch Fahrerinnen, die in der Fahrschule beim Thema Licht geschlafen haben. Im Rahmen meines Minijobs bin ich jetzt zwei Wochen die Autobahn A2 vom Kamener Kreuz bis Hannover und zurück gefahren. Natürlich habe ich für diese Strecke nicht zwei Wochen gebraucht, ich bin diese Strecke halt jede Nacht gefahren. In diesen zwei Wochen hat diese Autobahn den liebevollen Beinamen „Polenpiste“ von mir erhalten. Nichts das ich etwas gegen Polen habe, aber wer diese Strecke täglich rauf und runter fährt, wird schnell merken, dass jedes zweite Auto in Polen registriert ist. Von den LKWs mal ganz zu schweigen. LKW Fahrer unter sich haben ein schönes Ritual entwickelt. wenn diese sich gegenseitig überholen, gibt der überholte LKW ein Zeichen mit seiner Lichthupe, dann weiß der überholende LKW, gut, ich bin an dem Kollegen vorbei und kann wieder auf die rechte Spur wechseln. Bei diesen großen LKWs kann man von seinem Spiegel auch nur sehr schlecht schätzen ob man nun  schon vorbei ist oder nicht. Zum Dank für die Lichthupe bedankt sich der Überholer mit einem Blinkzeichen. Er blinkt einmal links, rechts und wieder links und schon kann die Reise weiter gehen. Wenn Sie also beim nächsten mal auf der Autobahn sehen das ein LKW eine Lichthupe zeigt, dann muss diese nicht Ihnen gelten, sondern eher einen Kollegen der gerade überholt hat.

Aber auch die Lichthupe ist eigentlich nicht das Thema worüber ich heute schreiben möchte, sondern über diese Autofahrer, die nicht wissen, dass man sein Abblendlicht auch verstellen kann! Zweidrittel der Menschen die das jetzt lesen, wissen wahrscheinlich nicht einmal, wofür dieses kleine Rädchen am Armaturenbrett über dem linken Knie sein soll. Dabei dürften meiner Schätzung nach über 90% aller in Deutschland zugelassener Fahrzeuge über so einem Rädchen verfügen. Mit diesem Rädchen liebe Autofahrer und Autofahrerinnen, kann man sein eigenes Abblendlicht verstellen. Nicht nach rechts oder links, aber dafür, aufgepasst jetzt kommt eine ganz wichtige Info, nach oben und unten! Gerade in der Urlaubszeit vergessen die meisten Autofahrer und auch Fahrerinnen, das man nach dem beladen des Kofferraumes mit seinem Urlaubsgepäck, das Rädchen am linken Knie so drehen muss, das die Scheinwerfer wieder auf die Straße und nicht in die Rückspiegel der vor ihnen fahrenden Fahrzeuge leuchten.

Selbst wenn sich auf der Rückbank zwei Erwachsene Personen niederlassen, sollte man die Scheinwerfer mit diesem Rädchen nach justieren. Wenn ihnen des Nachts auf der Landstraße oder auf der Autobahn viele Autos entgegen kommen die ihnen die Lichthupe zeigen, dann denken sie meine Worte und justieren ihre Scheinwerfer nach. Schlimmer als entgegen kommen ist aber noch, von hinten mit 5 km/h mehr überholt zu werden, denn dann hat man diese Blender eine Ewigkeit im Rück- und auch im Seitenspiegel. Leider gibt es noch kein internationales Zeichen dafür, wie man diese Autofahrer darauf aufmerksam machen kann. Und jedem bis zur nächsten Tankstelle oder Ausfahrt hinter her zu fahren, ist mir dann auch zu blöd.

Wenn ihr euch das nächste mal auf eine Reise begebt, dann denkt an mich und überprüft eure Scheinwerfereinstellung. Vielleicht habt ihr dann auch mal wieder Zeit einen in den fließenden Verkehr einfädeln zu lassen, schließlich spart man auf einer Strecke von 215 km von Tempo 130 km/h zu 150 km/h gerade einmal 10 Minuten. Der Spritverbrauch hingegen von 20 km/h mehr oder weniger, ist wesentlich drastischer. Und wer weiß, vielleicht bin ich es sogar, den ihr irgendwann mal auf der Autobahn überholt. In diesem Sinne wünsche ich allen eine gute und sichere Fahrt.

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