Mal eben nach Zandvoort
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Ein Tagesausflug um das neue Auto zu testen und uns ein wenig Ruhe vom Alltag zu gönnen

Der Strand von Zandvoort in Holland

Der Strand von Zandvoort in Holland

Zum Ende der achtziger Jahre war es für uns als junge Menschen normal jedes Wochenende etwas zu unternehmen. Unter der Woche hat man schon mit seinen Freunden bequatscht was man am kommenden Wochenende macht. Entweder wurde ein Vergnügungspark besucht oder man ist mal eben für das Wochenende nach Holland gefahren. Heute macht man solche Ausflüge nur noch sehr selten, erstens sind diese Touren meistens kostspielig und die Organisation mit Anderen ist trotz Handys, Tablets und der ganze andere modische Quatsch eher störend statt behilflich. Natürlich plant man solche Touren auch immer weniger mit Freunden anstatt mit seinen bereits großen Kindern. Dieser eine Tag sollte aber nur für meine Frau, mich und unser Hund etwas sein. Das ersparte eine größere Planung und wir konnten mit einem Auto die Reise antreten. Eigentlich wollte ich meine Frau ja mit dem Trip überraschen, aber dann hätte ich erst am Sonntag morgen den Wagen voll tanken können und da ist der Sprit ja bekanntlich teurer als in der Woche nach dem Feierabendverkehr. 

Zandvoort kannten meine Frau und ich schon aus unserer aktiven Zeit in einem Kegelclub, damals waren wir dort auf Kegeltour gelandet und es hat uns damals schon sehr gut gefallen. Wir waren danach auch schon einmal mit unseren Kindern und dem Hund da, da war der Hund allerdings noch ein Welpe. Das Wetter sollte an diesem Sonntag auch trocken bleiben und so stand einer Reise, die immerhin von unserer Haustür bis zum Strand von Zandvoort 285 km beträgt, nichts mehr im Wege. Das Auto, unser neuer Begleiter, ein Hyundai Santa Fe II als 2,2l Diesel wurde am Freitag nach der Arbeit voll getankt und am Sonntag morgen nach der Hunderunde mit Überlebens wichtigen Produkten bestückt. Natürlich ging es dabei in erster Linie um Getränke für Mensch und Hund sowie Handtücher für den Hund, schließlich schwimmt unsere Labrador Dame für ihr Leben gerne. Um 9:00 Uhr war die Hunderunde beendet und nach einem kleinen Frühstück konnte es um 9:30 Uhr auch schon losgehen. Laut Sandra (die weibliche Stimme unseres Navis), sollten wir um 12:45 Uhr am Strand von Zandvoort (Holland) sein.

Um möglichst Sprit sparend zu fahren, wollte ich unbedingt dem im Auto installierten Tempomat ausprobieren, was sich am Tage mit vielen anderen Autos auf der Autobahn aber als nicht so einfach herausstellte. Entweder musste man immer wieder mal abbremsen weil ein anderer Fahrer noch langsamer fuhr, oder durch das ständige Spurwechseln anderer Verkehrsteilnehmer wurde man an einer konstanten fahrt gehindert. Spaß macht es aber trotzdem mit so einem Tempomat zu fahren, die beine sind nicht ständig an den Pedalen gebunden und man kann die Geschwindigkeit mit den Fingern am Lenkrad regulieren. Ohne eine Pause machen zu müssen, konnten wir die Strecke in einem Rutsch hinter uns bringen. Mit unserem alten Auto hätten wir spätestens auf der Rückfahrt schon wieder tanken müssen, mit dem neuen haben wir gerade mal eine viertel Tankfüllung für die 285 km verbraucht. Bei Benzin Preisen von 1,81€ Super in Holland, sind wir wirklich froh uns für einen sparsam Diesel entschieden zu haben!

Strand in südlicher Richtung

Strand in südlicher Richtung

Nachdem wir am Strand von Zandvoort angekommen waren, mussten wir uns nur noch ein Parkticket kaufen und schon konnten wir mit unserem nervösen Hund zum Meer laufen. Sobald unsere Zrna Wasser sieht, muss sie unbedingt dort hinein, egal welche Jahreszeit gerade ist, sie muss unbedingt ins Wasser! Wenn man den Sandstrand betritt, singt man sofort in dem weichen Sand ein und das macht das laufen nicht gerade leicht. Der Strand hat eine Breite von ca. 60 Metern, die letzten Meter vor dem Wasser sind dann schon wieder fester und besser zu begehen, da dieser Teil immer wieder vom Wasser gefestigt wird. Zrna war das egal, sie hatte nur ein Ziel, ins Wasser. Zum Glück hatten meine Frau und ich uns schon am Anfang die Schuhe ausgezogen, so konnten wir mit ans Wasser und unsere Füße haben zum ersten mal in diesem Jahr das Meer gespürt. Natürlich hatten wir auch einen Ball für unsere Zrna mit, damit sie einen Anreiz hatte weiter ins Meer hinaus zu schwimmen. Leider kann man gar nicht so weit werfen, wie der Hund mit seinen Pfoten noch Bodenkontakt im Wasser hat. Was für Familien mit kleinen Kindern von Vorteil ist, ist für Menschen mit Hunden die gerne schwimmen ein Nachteil!

Strand in nördlicher Richtung

Strand in nördlicher Richtung

Nach der doch relativ langen Fahrt hatte ich mir auch schon überlegt, was machst Du mit dem Hund wenn sie mal muss? Pinkeln ist ja kein Problem, aber das große Geschäft kann man ja an einem Sandstrand nicht einfach so einbuddeln? nach einer halben Stunde mit ausgiebigen laufen und schwimmen hat unsere Zrna wohl selber überlegt wo sie am besten machen kann. Da wir meiner Meinung nach einer der besten Hunde der Welt haben, kam sie von alleine auf die Lösung des Problems. Sie hat sich ins Wasser gehockt wo keine Menschen waren und hat dort ihr großes Geschäft verrichtet. Die Hinterlassenschaft wurde von den Wellen ins Meer gezogen und diente dort als Fischfutter, besser kann ein Ökosystem nicht funktionieren. Als wir damals im Oktober mit dem Kegelclub vor Ort waren, stand alle 100 m ein Wagen an dem man alle Sorten von Meeresfrüchte und Fische kaufen konnten, die vor Ort nach holländischer Art frittiert wurden. Aus dem Grund haben wir diesmal auch nichts zu Essen mitgenommen, sondern haben uns auf die Stände verlassen. Bei dem schönen Wetter was wir an diesem Sonntag hatten, bin ich natürlich schwer davon ausgegangen, dass es an diesem Tag auch wieder diese rollenden Futterbuden gibt. Lange Rede kurzer Sinn, der erste Stand war unser!

Meine Frau und Zrna genießen den Tag

Meine Frau und Zrna genießen den Tag

Leider hatte dieser Stand keine Meeresfrüchte, aber dafür Hotdogs, Frikandeln und noch andere Sachen die man in die Fritteuse schmeißen konnte. Meine Frau und ich haben uns erst einmal ein Hotdog gegönnt, Zrna bekam ihre Hundeleckerlies. Nach einer weitern Runde Ball werfen und Füße nass werden lassen, haben wir uns über den zweiten Futterwagen her gemacht. Der hatte dann aber auch alles was man als Meeresfrüchte bezeichnen darf. Erst wollte meine Frau nichts, da sie immer noch sauer über das Hotdog war, was in Holland mit einer Bockwurst statt mit einer Frikandel bestückt wird. Aber nachdem sie einer meiner frittierten Garnelen mit Knoblauchsoße probiert hatte, musste ich um die anderen kämpfen. Wer gut speist muss auch gut trinken, wie gut das alle 50 oder 100 m eine Strandbar vorhanden ist. Ich habe uns einen guten Platz mit freien Blick aufs Meer gesichert und meine Frau ist in die Bar um natürlich ein Klo aufzusuchen und die Getränke zu organisieren. Wir saßen auf einer langen Holzbank worunter unsere Zrna Schatten fand und wir unsere Füße in den weichen Sand graben konnten. Meine Frau kam mit einem vollen Tablett wieder, für jeden ein Espresso, weil es keinen Macchiato gab, für meine Frau eine Fanta mit irgendwelchen Früchten die es hier nicht gibt und für mich ein Cola, und als Krönung gab es einen Cappuccino für meine Frau und für mich eine heiße Tasse Chocomel.

Zrna und ihr Herrchen

Zrna und ihr Herrchen

Chocomel ist der beste Kakao auf der ganzen Welt und früher gab es den nur in Holland, dazu sind wir extra von Deutschland nach Venlo gefahren um den zu kaufen. Heute gibt es den auch bei uns in vielen Einkaufsketten zu kaufen, einfach mal nach schauen, danach trinkt ihr keinen anderen mehr! Den Kakao gab es sogar in einer original Chocomel Tasse, da war ich doch glatt versucht die zu stibitzen. Natürlich würde ich so etwas niemals tun, denn Ebay hat die schließlich auch im Angebot. Als wir so da saßen, brauchten wir nur die Augen zu schließen und wir waren näher an unserem Urlaubsziel als wir es dieses Jahr sein werden. Es war wirklich wie bei unserem Freund auf seiner Restaurant Terrasse, die Möwen passten, das Meeres-rauschen stimmte, nur das Land und die Sprache passte nicht, kroatisch hört sich definitiv anders an als Niederländisch. Nach einer guten Dreiviertelstunde sind wir von unserem gemütlichen Plätzchen noch einmal ans Meer gegangen um unsere Zrna für die Rückfahrt noch schön müde zu bekommen. Wir haben noch ein paar mal den Ball ins Meer geworfen und Zrna hat ihn immer brav zurück geholt. Dann mussten wir uns auch schon wieder auf den Weg zum Auto machen, schließlich ging unsere Parkzeit allmälig zu Ende.

Wir hatten uns den Sonntag ausgewählt, wo zuvor der Donnerstag ein Feiertag war, das würde natürlich bedeuten, dass es viele Autos auf der Rückreise geben wird. Demzufolge sind wir auch rechtzeitig wieder in Richtung Heimat aufgebrochen, um nicht in die Dunkelheit hinein fahren zu müssen. Mit ca. 10 km Stau auf der Autobahn A3 sind wir aber noch relativ glimpflich davon gekommen. Zrna lag zum größten Teil auf der Rückfahrt im Kofferraum und wir haben die Zeit mit uns einfach genossen. Auch als wir am frühen Abend schon zuhause waren, haben wir noch den restlichen Abend nur ein Gesprächsthema gehabt, wann fahren wir wieder los? Wer weiß, da wir dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren, werden wir bestimmt noch den einen oder anderen Ausflug ans Meer oder woanders hin unternehmen, wie ich meine Frau aber kenne, wird sie das nächste mal die Kinder mit dabei haben wollen.

 

 

16 Gedanken zu „Mal eben nach Zandvoort
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  1. Bettina

    Ich liebe ja Kakao, aber diesen Chocomel kannte ich noch nicht. Ich werde, wenn ich demnächst im Edeka bin mal sehen, ob ich den Kakao finden kann. Meinst du den gibt es im Edeka? Also ich hatte dort schon so einige Besonderheiten entdecken können. Vielleicht auch diesmal.
    Danke für den Beitrag.

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    1. Schatti Beitragsautor

      Hallo Bettina,

      ob man den Chocomel bei Edeka bekommt, kann ich Dir nicht sagen. Kaufland und Real haben den aber auf jeden Fall, ohne jetzt Werbung für diese beiden Ketten machen zu wollen.

      LG Jörg

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  2. Anti Piracy

    Oh klasse Bilder. Der Strand schaut wirklich wirklich gut aus.
    Das erinnert mich an meinen Urlaub am Timmendorfer Strand – war auch nur ein Tagesauflug, aber es gibt echt nichts besseres als einfach mal zu entspannen, die Sonne zu genießen und die Füße baumeln zu lassen!

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  3. Uwe

    Mit dem Wetter hattet ihr da jawohl echt Glück oder? Ich wäre auch zugerne weggefahren, aber leider ging das nciht so einfach. Klasse Bilder. Ich vermisse den Strand und bin echt neidisch auf euch. Hoffentlich tat es euch gut.

    Grüße Uwe

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  4. Maraike

    Wie Markus schon erwäht findet man dort sehr schöne ruhige Orte um auch einfach mal abschalten zu können und zu entspannen.
    Wie du im Artikel erwähnst ist ein Tempomat echt ne super sache. Will ich auf meinen Urlaubsfahrten auf jeden Fall nie mehr missen! Besonders bei Fahrten über 8 Stunden wird es doch sehr langatmig die Geschwindigkeit immer mit den Pedalen zu halten zu versuchen 😉

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  5. Vitali

    Ich finde es super wenn man spontan irgendwo hin fährt, werde ich auch machen wenn ich mir ein neues Auto zulege. Einfach mal Irgendwo hin fahren und sich bissl entspannen so wie Ihr das gemacht habt.

    MfG Vitali

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  6. Maria

    Ich liebe Holland. Freundliche Menschen, viel Sinn für Humor und sehr viel Stil! Maastricht, Roermond und Amsterdam habe ich bis jetzt kennenlernen dürfen. Den Rest kenne ich leider noch nicht. Aber ich war sicherlich nicht das Letzte Mal in Holland.
    Gruß Maria

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  7. Marcel

    Sehr schön dort. erade jtzt enn es kalt ist drausen, freue ich mich im nächsten Jahr wieder vorbeizuschauen.

    Ich liebe Holland als Land einfach total! Und die Leute sind drt alle sehr nett!

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