Der tägliche Wahnsinn auf der A1
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Fünf Tage die Woche arbeiten, zehn mal in der Woche im Stau

Bedingt durch meinen Job, fahre ich täglich mit dem Auto auf der Autobahn A1 von Remscheid nach Frechen und wieder zurück. Die Zeitabfolge wo ich die Strecke fahren muss, fällt leider genau in den Berufsverkehr, und zwar in den Feierabendverkehr. Es gibt auf dieser Strecke drei Baustellen, die erste liegt zwischen Remscheid und Wermelskirchen, die kann ich aber je nach Kunden mehrmals die Woche umfahren. Die zweite und schlimmste Baustelle ist die Leverkusener Brücke, die bekannt durch die Nachrichten, noch einige Jahre für Stau in beiden Richtungen sorgen wird. Die dritte Baustelle liegt zwischen den beiden Kölner Müngersdorf und Bocklemünd. Kommt man die Strecke aus Richtung Leverkusen, ist die Baustelle gut passierbar, da sich schon vor der Baustelle die A4 anschließt und viele dann dort abfahren. Auf der Rückfahrt von Frechen aus, kommt man gleich in einem dreispurigen Tunnel, der durch eine fehlende Abnahme auf 60 km/h begrenzt ist. Soweit ist dieser Tunnel kein Problem, aber nach dem Tunnel fängt der Stau für die dritte Baustelle an.

Mitten in der Baustelle liegt der Anschluss an die A57. Dadurch staut es sich manchmal bis zu 5 oder 6 km, weil die Menschen zu blöd sind zügig die Autobahn zu wechseln. Das gleich Schauspiel wiederholt sich dann an der Leverkuser Brücke, wobei die Baustelle auf der Brücke nicht das Problem darstellt, sondern kurz vor der Brücke ist die Auffahrt von den Ford-Werke, wo um dieser Zeit jede Menge Fahrzeuge die Autobahn bereichern. Gleich nach der Brücke ist wieder ein Autobahnkreuz, wo die A3 die A1 kreuzt. Auch ist es wieder der Wechsel von der A1 auf die A3 der den Stau verursacht, weil viele Autofahrer nicht hinter einen LKW herfahren möchten, müssen sie diesen schnell noch vor der ausfahrt überholen. Da das nicht nur ein Autofahrer, sondern leider sehr viele Autofahrer machen, kommt es immer wieder zum Stau und auch zu leichten Unfällen durch Unachtsamkeit. Kommt dann noch die Dunkelheit und Regen hinzu, kann man zu 90% von mindestens einen Unfall pro Tag ausgehen.

Die meisten PKW´s die diese Strecke fahren, beinhalten zum großen Teil nur eine Person. Auch wenn viele dieser Autofahrer in der gleichen Firma arbeiten, fährt trotzdem lieber jeder für sich, anstatt eine Fahrgemeinschaft zu bilden. Würden sich wie eigentlich gewünscht, mehrere Arbeitskollegen ein Auto teilen, würde es viel weniger Stau und vor allem auch viel weniger Umweltbelastung geben. Anscheinend ist jedem das eigene Auto immer noch lieber als vor- und nach der Arbeit zusammen mit den Kollegen im gleichen Auto zu sitzen. In einer Stop and Go Phase kommen noch die Träumer hinzu, sie spielen mit dem Handy oder sind anderweitig beschäftigt und bekommen nicht mit, das sich der Tross schon wieder in Bewegung gesetzt hat. Diese Verzögerungen verlängern noch unnötig den Stau, was man natürlich durch ein wenig Konzentration vermeiden könnte.

Die Krönung nach einem Stau ist aber, die Herrn Geschäftsleute in ihren dicken deutschen Firmenwagen, die dann meinen, dass die linke Spur nur für sie reserviert ist, die dann mit Lichthupe und sehr dichtem Auffahren meinen, das man dadurch schneller die Spur freimacht, wenn man selbst noch am überholen ist. Von denen würde ich gerne mal einen zwischen die Finger bekommen, dann würde ich denen mal zeigen was es heißt jemanden zu bedrängen! Auf jeden Fall werde ich mir diese Baustellen noch einige Jahre anschauen dürfen, wenn mein Chef mir nicht doch irgendwann ein Hubschrauber zur Verfügung stellen würde. In diesem Sinne, überlegt doch einfach mal, ob man nicht doch mit einem Kollegen zur Arbeit fahren kann und wenn nicht, das man wenigstens ein wenig Rücksicht auf die anderen nimmt, die mit einem im Stau stehen.

10 Gedanken zu „Der tägliche Wahnsinn auf der A1
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  1. Marco

    Mach dir nichts draus, ich fahre jeden Tag von Windeck nach Frechen sind ca. 86KM und ich kenne es, so oft im Stau zu stehen. Manchmal ist es wirklich nicht einfach, da ich manchmal bis zu 1,5Std im Stau stehe und das Nerven und Sprit kostet.

    Hier ein Tipp für dich: Wenn du solche „Drängler“ hinter dir hast, merk dir das Nummernschild und mach eine Anzeige wegen Nötigung, glaub mir, wenn du den richtigen Richter erwischst, bekommt der Drängler seine Gerechte Strafe. Oder wenn Er im Stau drängelt, einfach anhalten, aussteigen zu dem drängler gehen Türe auf und am Schlips packen und fragen ob er ein paar auf Maul will 😉

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  2. Elisa

    Das mit der Fahrgemeinschaft klappt aber auch nur dann, wenn alle die gleiche Arbeitszeit haben. Bei meinem Vater, der beim Daimler gearbeitet hat, ging das. Der hatte ne Fahrgemeinschaft, wo jede Woche ein anderer gefahren ist. Bei mir, mit unterschiedlichen Arbeitszeiten geht das absolut nicht.

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  3. Becker

    Leichter gesagt als getan: „Kühlen Kopf behalten“!
    Ich gurke zwar nicht auf der A1 rum, aber das gleiche Problem habe ich morgens auf der A3. Morgens… und natürlich am Nachmittag. Da steigt man schon mit der fiesesten Laune ins Auto, obwohl man es Tag für Tag macht und sich eigentlich dran gewöhnen müsste. Eigentlich..
    Ich hab mir vor kurzem ein Set mit Hörbüchern zugelegt. Das macht die nervige Stop&Go-Geschichte minimal angenehmer und man wird abgelenkt.
    Dennoch ist Berufsverkehr ein riesen Übel.

    PS: Toller Blog, weiter so.

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  4. Ronny

    Oh ja, das Problem kann ich gut verstehen. Bin auch oft auf der A1 unterwegs. Wollte fast sagen: „Augen zu und durch“, aber das ist im Zusammenhang mit Autofahren eher schwierig! 😉

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  5. Florian

    Ich kenne die Stauproblematik nur allzu gut. Bin jahrelang die A1, Bremen – Hamburg (hin-zurück) gependelt. Was aus meiner Sicht aber der eigentliche Skandal war: Die Bauarbeiten haben m.E. nur sehr vereinzelt gearbeitet. Meistens waren die Baustellen leer. Aber was solls, anscheinend steckt da Taktik hinter und keiner fühlt sich hier Verantwortlich. Irgendwann nimmt man es mit Humor 🙂

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  6. Lea

    Bin berufsbedingt viel Fahrerin und muss sagen, dass die deutschen Autobahnen im vergleich zu der Schweiz oder Österreich sehr schlecht sind. Total überlastet + jede 5 Kilometer eine Baustelle. Hier muss dringend gehandelt werden

    Lea

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  7. Kevin

    Hey,

    ist natürlich sehr nervig.

    War letztes Jahr in Brasilien im Urlaub und was da in Sao Paulo los ist, müsstet ihr mal sehen, in der Regel 3 Std Stau für 5-10 km… Es sind nicht wenige die täglich 5-6 km zu Fuss zur Arbeit gehen, da es schneller geht. 🙂

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  8. PKVler

    Ja Sao Paulo ist natürlich unglaublich, durfte es auch selber erleben, Leute fahren teilweise 4 Stunden zur Arbeit und 4 Std. zurück. Unglaublich!

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